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Selbst gemacht
Kapitel 5 · Türen & Fenster

Innentüren tauschen, Schritt für Schritt

Eine Innentür selbst zu tauschen wirkt größer, als sie ist. Die Tür ist schwer und muss genau passen. Wenn du die Schritte in Ruhe durchgehst, ist es gut machbar, und jede weitere Tür geht danach schneller.

Orientierung

Auf einen Blick

Schwierigkeit
3 von 5
Zeitaufwand
Etwa ein Tag für eine Tür mit Zarge, mit Helfer
Kosten
Ca. 150 bis 300 Euro für eine einfache CPL-Tür mit Zarge (Richtwert, Stand November 2026)
Werkzeug
Akkuschrauber, Wasserwaage, Maßband, Hebeleisen, Stichsäge, Holzkeile, Montageschaum
Fachbetrieb nötig
Nein, aber zu zweit arbeiten. In Mietwohnungen vorher den Vermieter fragen
KI-generiert: Ein Mann zwängt sich durch eine klemmende Tür, während Maik Marx mit einem Gliedermaßstab den Türrahmen misst
Erst messen, dann kaufen: Die neue Tür muss zur alten Zarge passen.
Worum es geht

Die Tür muss zur Öffnung passen

Eine Innentür wird selten ohne Grund getauscht. Manchmal ist sie optisch überholt, manchmal schließt sie nicht mehr sauber, manchmal soll die Schalldämmung besser werden. In den meisten Fällen tauscht man gleich die Zarge mit, also den Rahmen, der in der Wand sitzt. Dann passt alles zusammen und du musst nicht nachträglich mit Holz und Schaum improvisieren.

Der größte Fehler liegt im Vorfeld: Eine zu kleine Tür schließt nicht richtig, eine zu große musst du aufwendig zuschneiden. Standard-Innentüren sind in Deutschland 198,5 Zentimeter hoch, die gängigen Breiten liegen bei 61, 73,5, 86 und 98,5 Zentimetern. Passt deine Öffnung in dieses Raster, ist die Auswahl groß. Andernfalls kommt eine Sondergröße mit Aufpreis und längerer Lieferzeit dazu.

Ein Abschnitt, den viele überspringen, ist die Frage nach dem Erlaubtsein. Sie gehört nach vorn, bevor du das Werkzeug holst.

Zuerst klären, ob du darfstIn einer Mietwohnung klärst du jeden Eingriff vorher mit dem Vermieter. Beim Auszug musst du den ursprünglichen Zustand wiederherstellen, sofern der Vertrag das vorsieht. In einer Eigentumswohnung können Teilungserklärung oder Hausordnung etwas anderes vorsehen. Frag im Zweifel vorher die Eigentümergemeinschaft.
Nach diesem Kapitel

Was du in diesem Kapitel lernst

Vorbereitung

Welche Tür passt?

Es gibt drei Hauptgruppen. CPL-Türen haben Holzdekor, sind robust, pflegeleicht und günstig. Für die meisten Innentüren reicht eine einfache Ausführung. Echtholz-Türen aus Massivholz oder Furnier sind hochwertig, dafür unterscheiden sich Ausführung und Oberfläche stark im Preis. Glastüren bringen Licht in dunkle Flure und wirken als Gestaltungselement. Sie sind meist aus Sicherheitsglas und liegen preislich höher. Hochwertige Echtholz- und Glastüren kosten deutlich mehr als einfache Modelle.

Auch bei der Zarge unterscheiden sich die Systeme in der Verbindungstechnik. Deshalb gilt die Montageanleitung des gewählten Modells, nicht eine Gewohnheit aus dem letzten Projekt.

Eine moderne Tür mit Vollspan-Kern dämmt Schall in der Regel deutlich besser als eine alte Wabentür. Wer also einen Lärmgewinn erwartet, sollte beim Kauf auf den Kern achten und nicht nur auf die Oberfläche.

Der Ablauf

So tauschst du die Tür

  1. Die alte Tür aushängen. Bei modernen Bändern drückst du die obere Hülse mit einem Schraubendreher hoch, bei manchen Bändern löst du zuerst eine Sicherungsschraube.
  2. Die Zarge nur entfernen, wenn sie verzogen oder beschädigt ist. Löse die Befestigungen zur Wand, schneide den Schaum ringsum mit dem Cutter durch und hebel die Zarge in kleinen Bewegungen vom Mauerwerk. Die Putzkante kann brechen, deshalb arbeitest du vorsichtig.
  3. Die Öffnung säubern: Schaumreste, alte Schrauben und losen Putz entfernen, Schäden mit Spachtelmasse ausgleichen.
  4. Die neue Zarge nach Herstellerangabe zusammensetzen, einsetzen und mit der Wasserwaage im Lot ausrichten. Prüfe das Lot an beiden Pfosten, innen und außen. Fixiere sie mit Holzkeilen.
  5. Montageschaum nur dünn in die Lücke einbringen. Er dehnt sich beim Aushärten stark aus und kann die Zarge verziehen. Die Keile entfernst du erst, wenn er durchgehärtet ist.
  6. Das Türblatt einhängen, und zwar zu zweit. Die Bänder setzt du in die Zarge und sicherst sie.
  7. Justieren: Der Spalt zur Zarge sollte rundum etwa zwei bis drei Millimeter betragen, die Tür darf nicht klemmen oder schleifen. Das Lot prüfst du mit der Wasserwaage.
  8. Beschlag und Schließblech einbauen. Die Falle muss genau treffen, markiere die Stelle mit Bleistift und fräse oder bohre die Aussparung.

Den Drücker schraubst du auf Innen- und Außenseite gleich fest an. Manche Türen haben innen einen Drücker und außen einen festen Knauf, das ist normal. Beim Schloss gilt: Rechts- und Linksschlösser sind nicht austauschbar. Achte beim Kauf auf die Anschlagrichtung, sie entscheidet über die Bestellung.

Ein Tipp aus der Praxis: Leg vor dem Ausbau alle Teile bereit, also Keile, Schaum, Schließblech, Bänder und Schrauben. Wer beim Einbau nach Kleinteilen sucht, verliert die Ruhe, die du zum Justieren brauchst. Ein Foto der alten Montage hilft außerdem, wenn du später wissen willst, wie die Teile gesessen haben.

Häufige Fehler

Sonderfall

Altbau und Routine

In Altbauten sind Wände oft nicht senkrecht. Dann passt du die Zarge an die Wand an, statt sie zwingend ins Lot zu bringen. Das braucht Erfahrung. Wenn du unsicher bist, hol dir einen Profi, denn sonst schließt eine schiefe Tür schief.

Kleinere Unebenheiten zwischen Zarge und Wand gleicht man in der Praxis oft mit einer Verkleidung aus. Ob das an deiner Wand reicht, zeigt der Blick vor Ort.

Wer unsicher ist, ob die Wand gerade genug ist, misst mit der Wasserwaage an mehreren Stellen über die Höhe. Erst wenn die Abweichung überall ähnlich ausfällt, lohnt es sich, die Zarge nach dem Lot auszurichten. Plane für die erste Tür etwas mehr Zeit ein als für die folgenden.

Planst du mehrere Türen, arbeite sie hintereinander ab. Das Werkzeug liegt schon bereit, und der Helfer kommt nur einmal. Die Routine sitzt spätestens beim zweiten Zarge-Einbau, und dann geht die Arbeit spürbar schneller.

Die Grenze

Hier hört Selbermachen aufAlte Lacke an Tür und Zarge können in Gebäuden vor etwa 1980 Blei enthalten. Abschleifen, Erhitzen oder Abbeizen setzt Bleistaub frei, deshalb lässt du den Anstrich vorher prüfen. Stemm keine alten Wandbauteile heraus, wenn du nicht weißt, woraus sie bestehen. Bei Verdacht holst du einen Fachbetrieb.
Kurz gezeigt

Die Szene in Bewegung

Die Tür klemmt, die Wasserwaage weiß warum.
Leseprobe

Aus dem Kapitel

Eine Innentür selbst zu tauschen wirkt größer, als es ist. Eine Tür ist schwer und muss genau passen, und oft wird die Zarge, also der Türrahmen, gleich mit erneuert. Wenn du die Schritte in Ruhe durchgehst, siehst du, dass sie gut machbar sind. Hast du es einmal gemacht, kannst du jede weitere Tür in der Wohnung ebenso tauschen.

Richtig messen und bestellen

Das ist der wichtigste Schritt überhaupt.

Miss die Höhe vom Boden bis zur Oberkante der Türöffnung.

Miss die Breite oben, in der Mitte und unten. Notiere den größten Wert. Kleine Abweichungen sind normal.

Miss die Wandstärke. Die Zarge muss zur Wand passen.

Bestimme die Anschlagrichtung. Stell dich vor die geschlossene Tür: Sind die Bänder links, ist es eine DIN-links-Tür, sind sie rechts, eine DIN-rechts-Tür. Das entscheidet beim Bestellen.

Drei mal messen, einmal bestellen.

Häufige Fragen

Fragen zu diesem Kapitel

Darf ich in der Mietwohnung eine Tür tauschen?

Kläre jeden Eingriff vorher mit dem Vermieter. Beim Auszug musst du den ursprünglichen Zustand wiederherstellen, wenn der Vertrag das vorsieht. Im Zweifel nachfragen.

Welche Maße hat eine Standardtür?

Die Höhe liegt bei 198,5 Zentimetern. Die gängigen Breiten sind 61, 73,5, 86 und 98,5 Zentimeter. Passt deine Öffnung nicht in dieses Raster, brauchst du eine Sondergröße.

Kann ich das Schloss einfach umdrehen?

Nein. Rechts- und Linksschlösser sind nicht austauschbar. Entscheidend ist die Anschlagrichtung der Tür, deshalb prüfst du sie vor dem Bestellen noch einmal.

Wie viel Montageschaum ist richtig?

So wenig wie möglich, dünn aufgetragen. Montageschaum dehnt sich beim Aushärten stark aus. Zu viel drückt die Zarge auseinander, und die Tür schließt danach nicht mehr.

Wie ist das in einer Eigentumswohnung?

Teilungserklärung und Hausordnung können Vorgaben enthalten. Frag im Zweifel die Eigentümergemeinschaft, bevor du mit dem Ausbau beginnst.

Wer als Nächstes Außentüren oder Dichtungen angeht, findet in Kapitel 6 die passenden Schritte. Für Fenster lohnt Kapitel 7.

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