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Selbst gemacht
Kapitel 7 · Türen & Fenster

Fenster: Dichtungen, Beschläge und Pflege

Viele Fenster, die man schon abschreiben will, brauchen nur eine neue Dichtung oder eine Einstellung. Dieses Kapitel zeigt dir, was du an einem bestehenden Fenster selbst tun kannst, damit es dicht, leichtgängig und langlebig bleibt.

Orientierung

Auf einen Blick

Schwierigkeit
2 von 5
Zeitaufwand
1 bis 2 Stunden pro Fenster (Richtwert)
Kosten
Meist unter 20 Euro je Teil, etwa für Dichtung, Griff oder Spray (Richtwert)
Werkzeug
Schraubendreher, Inbusschlüssel, Cutter, Plastikspachtel, Fensterreiniger
Fachbetrieb nötig
Nein für Dichtungen, Beschläge und Pflege. Ja für Glaseinsatz und Fenstertausch
KI-generiert: Ein frierender Mann in Decke, an der Nase hängt ein Eiszapfen, daneben stellt ein Heimwerker den Fenstergriff ein; auf der Fensterbank brennt eine Kerze
Ein Inbusschlüssel und zehn Minuten – und die Kerze am Fenster brennt wieder ruhig.
Worum es geht

Ursachen, die unspektakulär sind

Die Ursachen sind meist unspektakulär: eine verhärtete Dichtung, ein Beschlag, der seit Jahren nicht mehr eingestellt wurde, oder Schmutz in den Schließteilen. Wer das früh erkennt, spart Heizkosten und Ärger. Steigen die Heizkosten, ohne dass es eine Erklärung gibt, lohnt der Blick auf die Fenster.

Das Material bestimmt die Pflege. Kunststoff ist pflegeleicht und gut gedämmt, scheuernde Mittel zerkratzen aber die Oberfläche. Aluminium ist stabil und schlank, dämmt aber schwächer. Holz ist klassisch und schön, verwittert ohne regelmäßigen Anstrich. Bei Mischformen wie Holz-Aluminium richtet sich die Pflege nach dem Material der jeweiligen Seite.

Ein neues Fenster ist selten die erste Antwort. Oft reicht ein Teil. Erst wenn Verglasung, Rahmen oder Mechanik nicht mehr zu retten sind, lohnt der Tausch. Wie du das unterscheidest, steht weiter unten.

Beim Prüfen hilft eine feste Reihenfolge: zuerst das Gefühl an der Fuge, dann das Schließverhalten, danach Griff und Beschlag und zuletzt das Glas. So findest du die Ursache meist schneller, als wenn du an allem gleichzeitig herumschraubst.

Nach diesem Kapitel

Was du in diesem Kapitel lernst

Reparatur

Dichtung und Griff

Eine Dichtung ist fällig, wenn sie hart, rissig oder zusammengedrückt ist. Bei Kunststoff- und Aluminiumfenstern sitzt sie in einer Profilnut und lässt sich ohne Werkzeug einsetzen. Bei Holzfenstern steckt sie oft in einer Falz, dann hilft ein Plastikspachtel.

  1. Die alte Dichtung herausziehen. Bei stark verhärteten Dichtungen braucht das Geduld.
  2. Ein etwa 10 Zentimeter langes Stück davon in den Fachhandel mitnehmen. Die Mitarbeiter haben oft Musterprofile und finden die passende Dichtung.
  3. Die neue Dichtung Stück für Stück in die Nut drücken, ohne sie zu dehnen.

Ziehe die Dichtung beim Einsetzen nicht in die Länge, sonst schrumpft sie danach und hinterlässt Lücken an den Ecken. Gleichmäßiges Andrücken ist wichtiger als Tempo.

Plane dafür pro Fenster schnell eine bis zwei Stunden ein, wenn die alten Dichtungen hart sind. Ein typisches Beispiel: In einer Wohnung mit älteren Kunststofffenstern waren alle Dichtungen verhärtet, der Anpressdruck stand noch auf Sommer. Nach dem Erneuern und Einstellen zog es nicht mehr.

Ein durchdrehender oder abgebrochener Griff ist ebenfalls schnell ersetzt. Entscheidend ist der Vierkant, der Stift, der in den Beschlag greift. Standard sind 7 Millimeter, ältere Fenster haben manchmal 8 oder 10. Miss den alten Stift nach, bevor du kaufst. Ein neuer Griff kostet im Fachhandel meist unter 20 Euro.

Glas, Schimmel, Pflege

Glas, Schimmel und Pflege

Kondenswasser auf der Innenseite ist bei feuchter Luft normal und verschwindet beim Lüften. Anders ist es mit Schlieren oder Dampf zwischen den Scheiben: Dann ist die Verbindung am Glasrand undicht, die Dämmwirkung ist dahin, und nur ein neuer Glaseinsatz hilft. Eine zerbrochene Scheibe fasst du nicht selbst an, der Glasrand ist scharf.

Schimmel am Rahmen oder an der Wandfuge braucht Feuchtigkeit. Kleine Flächen bis etwa einen halben Quadratmeter reinigst du mit Wasser und Spülmittel, mit Handschuhen und Atemschutz, denn Sporen wirbeln beim Wischen auf. Schimmelmittel mischst du nie mit anderen Reinigern. Wichtiger ist die Ursache: mehrmals am Tag stoßlüften und Räume nicht auskühlen lassen. Kehrt der Schimmel zurück, ist ein Bausachverständiger oder eine Fachfirma der nächste Schritt.

Viele Kunststofffenster haben am Schließzapfen drei Stellungen. Die Sommerstellung lockert den Anpressdruck, das passt zu langen Lüftungsphasen. Die Winterstellung erhöht ihn und hält Zugluft draußen. Mit dem Inbusschlüssel stellst du um, pro Fenster dauert das wenige Minuten. Zweimal im Jahr reicht.

Einmal im Jahr ein paar Tropfen Beschlag-Spray auf die beweglichen Teile, dann das Fenster mehrmals öffnen und schließen, damit sich das Mittel verteilt. Eine kleine Dose hält meist mehrere Jahre. Eine Aluminium-Fensterbank tauschst du selbst. Sie sollte leicht nach außen geneigt sitzen, damit Wasser abläuft.

Richtig lüftenDreimal am Tag fünf Minuten stoßlüften ist besser als acht Stunden auf Kipp. Stoßlüften tauscht die Luft komplett aus, ohne dass die Wände auskühlen. Bei starker Kälte reichen etwa drei Minuten.
Entscheidung

Wann ein neues Fenster sinnvoll ist

Drei Fälle sprechen für einen Tausch:

Hol dir mindestens drei Angebote von Fachfirmen. Die Preise schwanken stark, und vergleichbar sind sie nur, wenn alle dieselben Fenster beschreiben. Wenn du den Einbau nicht selbst übernehmen willst, findest du in Berlin etwa das Montageteam Marx, das Fenster und Türen montiert: montageteam-marx.de.

Förderung vor der Bestellung prüfenFür den Fenstertausch gibt es Zuschüsse über die BAFA auf bafa.de. Die Grundförderung lag zuletzt bei 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Bedingungen ändern sich häufig. Prüfe den aktuellen Stand, bevor du bestellst, und kläre, ob der Förderantrag einen Fachbetrieb verlangt. Das ist allgemeine Information, keine Beratung.
Pflege im Jahreslauf

Was im Jahr ansteht

Die Grenze

Hier hört Selbermachen aufGlaseinsatz und Fenstertausch sind Fachsache. Vor dem Herausschneiden alter Fugen aus den Jahren etwa 1955 bis 1975 lässt du eine Probe auf PCB untersuchen, bei Holzrahmen auch auf Blei im Anstrich. Heißluft zum Abbeizen ist tabu, sie setzt Schadstoffe frei. Bei Verdacht beauftragst du eine Fachfirma.
Leseprobe

Aus dem Kapitel

Ein Fenster, das zieht, klemmt oder beschlägt, muss nicht gleich ersetzt werden. Meist fehlt eine Dichtung, oder der Beschlag ist seit Jahren nicht mehr eingestellt. Beides bringst du mit wenig Material und etwas Zeit selbst in Ordnung. Dieses Kapitel zeigt dir, was du an einem bestehenden Fenster tun kannst, damit es dicht, leichtgängig und langlebig bleibt. Den kompletten Fenstertausch streifen wir nur am Rand, denn das ist Sache eines Fachmonteurs.

Das Fenster schließt nicht mehr richtig

Es klemmt, schließt schief, oder der Griff geht nicht ganz auf Null-Stellung. Oft sind die Beschläge verzogen oder nicht mehr eingestellt. Moderne Beschläge haben Justierschrauben, die man leicht übersieht. Die Hersteller stellen Justier-Anleitungen für ihre Fenster meist auf ihren Webseiten bereit. Videos zu deinem Fenstertyp helfen ebenfalls.

Kommst du nicht weiter, bringt ein Fensterservice das Fenster meist schnell wieder in Form. Das ist deutlich günstiger, als ein neues Fenster einzubauen.

Häufige Fragen

Fragen zu diesem Kapitel

Muss ich ein Fenster sofort tauschen, wenn es zieht?

Nein. Meist liegt es an der Dichtung, und die lässt sich mit einem neuen Profil schnell ersetzen. Erst wenn Rahmen, Verglasung oder Mechanik nicht mehr zu retten sind, lohnt der Tausch.

Welches Dichtungsprofil ist das richtige?

Nimm ein etwa 10 Zentimeter langes Stück der alten Dichtung mit in den Fachhandel. Dort finden die Mitarbeiter mit Musterprofilen meist das passende Teil.

Wann ist Kondenswasser normal?

Auf der Innenseite bei feuchter Luft ist es normal und verschwindet beim Lüften. Schlieren oder Dampf zwischen den Scheiben dagegen zeigen eine undichte Verbindung am Glasrand. Das ist Fachsache.

Wie viele Angebote sollte ich einholen?

Mindestens drei von Fachfirmen. Vergleichbar sind die Preise nur, wenn alle Angebote dieselben Fenster beschreiben.

Was bringt die Winterstellung?

Sie erhöht den Anpressdruck und hält Zugluft besser draußen. Die Sommerstellung lockert ihn für lange Lüftungsphasen. Am besten stellst du zweimal im Jahr um.

Wie Außentüren mit ähnlichen Dichtungen funktionieren, erklärt Kapitel 6. Für Rollläden und Sonnenschutz geht es in Kapitel 8 weiter.

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