Direkt zum Inhalt
Selbst gemacht
Kapitel 16 · Haus & Garten

Gartenmauer und Pflaster: unten fängt alles an

Eine Sichtmauer oder ein Pflasterweg ist eine Arbeit, die du als Privatperson selbst machen kannst. Sie ist anstrengend, aber das Ergebnis hält oft Jahrzehnte, wenn der Untergrund stimmt.

Steckbrief

Auf einen Blick

Schwierigkeit
3 von 5
Zeitaufwand
etwa zwei Wochenenden für eine Sichtmauer von rund zwei Metern Länge und 60 Zentimetern Höhe
Kosten
ca. 150 bis 300 Euro Material für diese Mauer
Werkzeug
Maurerkelle, Wasserwaage, Schnur mit Pflöcken, Gummihammer, Schaufel, Mörtelwanne
Fachbetrieb nötig
nein für kleine freistehende Mauern und Pflasterflächen. Ja bei tragenden oder genehmigungspflichtigen Bauten.
KI-generiert: Zwei Männer bauen an einer Gartenmauer, die sich in einer Kurve schlängelt. Der Mann rechts kniet und spannt eine Richtschnur, ein Zwerg steht zwischen den Steinen
Eine Richtschnur kostet fast nichts und spart die Schlangenlinie.
Worum es geht

Draußen gelten andere Regeln

Eine kleine Sichtmauer, ein Pflasterweg oder ein gemauerter Sockel für die Mülltonnen sind typische Projekte für den Garten. Sie sind körperlich anstrengend, aber machbar. Die Mauer steht danach oft viele Jahre, und ein gut verdichteter Weg übersteht Winter um Winter.

Die Grenze ist klar. Tragende Wände und Außenwände am Haus sind Sache eines eingetragenen Maurerbetriebs. Hier geht es um freistehende Bauten ohne tragende Funktion: Sichtmauern, niedrige Gartenmauern, Hochbeete aus Stein und Pflasterflächen.

Der Fehler beginnt meistens unter der Erde. Wer zu flach gräbt, zu wenig Schotter einbringt oder das Gefälle vergisst, sieht das Problem erst nach dem ersten Frost. Dann lässt sich die Arbeit nur mit viel Aufwand retten.

Vor dem Spaten

Erst klären, dann graben

Ob eine Mauer genehmigungspflichtig ist, regelt die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes. Ab welcher Höhe eine Genehmigung nötig wird, ist von Land zu Land verschieden. Auch der Bebauungsplan und der Grenzabstand können eine Rolle spielen. Frag vor dem Bau beim Bauamt nach. Eine Mauer an der Grundstücksgrenze klärst du vorher mit dem Nachbarn, am besten schriftlich. Zu hohe Mauern können zu Streit führen und im Ernstfall zu einer Anordnung zum Rückbau.

Ebenso wichtig ist die zweite Frage: Was liegt im Boden? Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen verlaufen oft dort, wo man sie nicht vermutet. Ein Treffer an einer Strom- oder Gasleitung kann tödlich sein. Deshalb fragst du bei den Versorgern nach, wo Leitungen liegen, und lässt dir die Pläne geben. Bis du sicher bist, gräbst du von Hand.

Bei einer Pflasterfläche kommt eine weitere Frage dazu. Eine versiegelte Fläche kann Regenwassergebühren auslösen. Beim Wasserversorger oder in der Gemeinde erfährst du, ob eine Versickerung vorgeschrieben ist.

Material

Steine, Mörtel und Werkzeug

Für Sichtmauern gibt es mehrere Steinarten. Beton-Hohlblocksteine sind klassisch und leicht zu verarbeiten, eignen sich für Sichtmauern und niedrige Gartenmauern. Beton-Vollblocksteine sind stabiler und schwerer. Klinker oder Ziegel sehen edler aus, kosten aber mehr. Naturstein ist teuer und aufwendig, das ist eher etwas für Profis. Trockenmauersteine werden ohne Mörtel gestapelt und passen zu Hochbeeten oder kleinen Mauern, die keinen Erddruck halten müssen.

Fertiger Mauermörtel kommt im Sack und wird mit Wasser angerührt. Für das Fundament brauchst du Schotter, Sand und Beton. Für Pflasterarbeiten nimmst du Betonpflastersteine, Bettungsmaterial aus Brechsand oder Splitt, eine Tragschicht aus Schotter oder Mineralgemisch und Fugenmaterial. Die Menge rechnest du anhand von Fläche und Mauerhöhe aus, bevor du bestellst.

Zum Werkzeug gehören eine Maurerkelle und eine kleinere Spitzkelle für Detailarbeiten, dazu eine Maurerquaste zum Glätten der Fugen. Wasserwaagen in zwei Längen, etwa 60 und 120 Zentimeter, machen die Arbeit leichter. Schnur, Zollstock und ein Anschlagwinkel halten den Verlauf. Ein Gummihammer dient zum Nachklopfen der Steine, und eine Trennsäge oder ein Steinmeißel braucht man für angeschnittene Steine.

Die Sichtmauer

Vom Fundament bis zur Abdeckung

Das Fundament ist der wichtigste Teil. Der Graben muss so tief sein, dass es unter der Frostgrenze deiner Region liegt. Die genaue Tiefe erfragst du beim Bauamt oder bei einem Baubetrieb vor Ort, sie hängt auch vom Boden ab. Auf dem Grund verdichtest du eine Schotterschicht, gießt den Beton ein und ziehst ihn mit einer Latte glatt. Die Aushärtezeit steht auf dem Gebinde. Bei Frost gießt du nicht.

Dann beginnt das Mauern. Der Mörtel soll etwa wie weiche Butter sein: Er bleibt auf der Kelle stehen und tropft nicht herunter. Zu trocken bindet er nicht richtig, zu nass läuft er weg. Die erste Reihe prüfst du mit der Wasserwaage auf Waagerechte und mit der Schnur auf die Linie. Die Stoßfugen der nächsten Reihe setzt du mittig auf die Steine darunter. Dieser Verband gibt der Mauer ihre Stabilität. Nach jeder Reihe prüfst du das Lot, denn Fehler am Ende lassen sich kaum noch ausgleichen.

Sobald der Mörtel angezogen hat, ziehst du die Fugen glatt. Reste auf den Steinen wischst du mit einem feuchten Schwamm ab. Eine Mauerabdeckung aus Beton, Stein oder Metall schützt zum Schluss vor Regen. Sie soll seitlich überlappen, damit das Wasser nicht in die Steine läuft.

Zement und Mörtel enthalten wasserlösliches Chrom(VI). Das kann bei Hautkontakt Allergien und Verätzungen auslösen. Trage dichte Nitril-Handschuhe und eine Schutzbrille. Beim Schneiden von Steinen entsteht Staub, der die Atemwege reizt, dafür nimmst du eine Staubmaske FFP2. Hände und Unterarme wäschst du nach jedem Kontakt sofort mit Wasser.

Die Pflasterfläche

Tragschicht entscheidet

Beim Pflaster entscheidet der Unterbau über alles, was oben sichtbar ist. Du gräbst die Fläche aus, und die Tiefe richtet sich nach der späteren Belastung. Ein Gehweg braucht weniger Tiefe als eine Einfahrt, auf der ein Auto steht. Der Aushub wird dann in Lagen mit Schotter oder Mineralgemisch aufgefüllt, und jede Lage wird verdichtet. Eine Rüttelplatte oder eine Stampfplatte kann man leihen. Bei befahrbaren Flächen ist die Tragschicht dicker und muss besonders sorgfältig verdichtet werden.

Darauf kommt die Bettung aus Brechsand oder Splitt, die du mit einer Latte eben abziehst. Plane ein Gefälle von etwa zwei Prozent zur Seite ein, damit Regenwasser abläuft. Bei einem zwei Meter breiten Weg ergibt das rund vier Zentimeter Höhenunterschied von einer Seite zur anderen. Die Steine setzt du von einer Kante aus, klopfst sie fest und hältst die Fugen schmal. Für einen geraden Weg reicht meist ein einfacher Verband mit Versatz, ähnlich wie bei einer Mauer.

Die Fläche braucht eine Randbefestigung, etwa eingebettete Kantensteine oder eine kleine Mauer. So dehnt sich das Pflaster nicht zur Seite aus. Zum Schluss kehrst du Fugenmaterial in die Fugen, verdichtest die Fläche noch einmal mit dem Rüttler und wiederholst das Verfugen, bis die Fugen voll sind.

Häufige Fehler

Was dich später ärgert

Ein typisches Beispiel: Ein Hausbesitzer pflasterte seine Einfahrt selbst. Alles lief gut, bis auf die Tragschicht, die zu dünn war. Nach zwei Wintern hatte sich die Fläche unter dem Auto verformt, und einige Steine waren gebrochen. Die Lehre: Bei befahrbaren Flächen entscheidet die Tragschicht über die Haltbarkeit.

Hier hört Selbermachen aufTragende Wände und Außenwände am Haus gehören in die Hände eines eingetragenen Maurerbetriebs. Faserzementplatten, also Well- oder Dachplatten, ältere Spachtel und Kleber können Asbest enthalten. Lass solches Material vor dem Abbruch von einem Sachverständigen prüfen. Asbestzement überlässt du einer Fachfirma, denn beim Brechen, Sägen oder Schleifen entstehen Fasern. Genehmigung, Nachbarschaft und Leitungen klärst du vor dem ersten Stein. Das ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Leseprobe

Aus dem Kapitel

Jetzt geht es nach draußen. Eine kleine Sichtmauer, ein Pflasterweg oder ein gemauerter Sockel für die Mülltonnen sind Arbeiten, die du als Privatperson selbst ausführen kannst. Sie sind körperlich anstrengend, aber machbar, und das Ergebnis hält oft Jahrzehnte.

Eine Grenze gilt vorab: Tragende Wände und Außenwände am Haus sind Sache eines eingetragenen Maurerbetriebs. Dieses Kapitel behandelt freistehende Bauten ohne tragende Funktion, also Sichtmauern, niedrige Gartenmauern, Hochbeete aus Stein und Pflasterflächen.

Erst fragen, dann graben

Im Boden können Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen liegen. Ein Treffer an einer Strom- oder Gasleitung kann tödlich sein. Bevor du den ersten Spatenstich machst, fragst du bei den Versorgern nach, wo Leitungen liegen, und lässt dir die Pläne geben. Bis du sicher bist, gräbst du von Hand.

Nachgefragt

Fragen zu diesem Kapitel

Brauche ich für eine Gartenmauer eine Genehmigung?

Das regelt die Bauordnung deines Bundeslandes, und die Höhe, ab der eine Genehmigung nötig ist, ist von Land zu Land verschieden. Auch Bebauungsplan und Grenzabstand zählen. Frag beim Bauamt nach, bevor du den Graben aushebst.

Wie tief muss das Fundament sein?

Es muss unter der Frostgrenze deiner Region liegen. Die genaue Tiefe erfragst du beim Bauamt oder bei einem Baubetrieb vor Ort, denn sie hängt auch vom Boden ab. Bei Frost wird nicht gegossen.

Woran erkenne ich den richtigen Mörtel?

Er soll etwa wie weiche Butter sein. Er bleibt auf der Kelle stehen und tropft nicht herunter. Trockener Mörtel bindet nicht richtig, nasser läuft weg. Die richtige Konsistenz lernst du mit der Zeit, und die Anleitung auf dem Sack hilft beim Start.

Wie viel Gefälle braucht ein Pflasterweg?

Plane etwa zwei Prozent zur Seite ein, damit Regenwasser abläuft. Bei einem zwei Meter breiten Weg sind das rund vier Zentimeter Höhenunterschied. Ohne Gefälle steht Wasser auf der Fläche, und das kann im Winter das Pflaster sprengen.

Darf ich alte Faserzementplatten selbst entsorgen?

Nein. Verdächtiges Material lässt du vor dem Abbruch von einem Sachverständigen prüfen. Asbestzement gehört in die Hände einer Fachfirma, und du bearbeitest ihn nie selbst. Mehr dazu steht in Kapitel 19 zu Demontage und Sondermüll.

Weiterlesen

Was du sonst noch brauchst

Das Werkzeug für Mauer und Pflaster steht ausführlich in Kapitel 2 zur Werkzeug-Grundausstattung. Die Schutzausrüstung für Zement, Mörtel und Steinstaub beschreibt Kapitel 3. Und wer die Gartenarbeit mit einer Fachfrage verbindet, schaut auf der Seite Häufige Fragen vorbei.

Blättern

Weiter im Buch

Buchcover „Selbst gemacht – Das Profi-Handwerksbuch für dein Zuhause“ von Maik Marx
Das Buch bestellen

Selbst gemacht – als Taschenbuch oder E-Book

19,99 €Taschenbuch · 155 Seiten · 17 × 24,4 cm
Taschenbuch bei Amazon (öffnet ein neues Fenster)
9,99 €Kindle-E-Book · mit allen Illustrationen
E-Book bei Amazon (öffnet ein neues Fenster)

Preise inklusive Mehrwertsteuer. Verkauf und Versand über Amazon. ISBN Taschenbuch 979-8-1673-5623-8.