Dachschräge richtig dämmen: luftdicht ist alles
Im Sommer heiß, im Winter kalt: Eine Innendämmung der Dachschräge hilft gegen beides. Sie gelingt aber nur, wenn alle Schichten zusammenpassen.
Auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 4 von 5
- Zeitaufwand
- etwa drei bis fünf Tage für 10 Quadratmeter Dachschräge
- Kosten
- ca. 500 bis 1.000 Euro Material für 10 Quadratmeter, ohne Beratung
- Werkzeug
- Akkuschrauber, Tacker, Trockenbau-Säge, Dämmstoffmesser, Cutter, Schutzausrüstung
- Fachbetrieb nötig
- ja, für Stromarbeiten und bei alter Dämmung. Die Beratung vor dem Start ist dringend empfohlen.

Warum unter dem Dach mehr zählt
Wer ein ausgebautes Dachgeschoss hat, kennt das Problem. Unter dem Dach wird es im Sommer schnell sehr heiß, und im Winter bleibt es kalt. Eine gute Dämmung der Schrägen löst beides und senkt den Heizbedarf. Sie ist aber anspruchsvoll, weil mehrere Schichten zusammenpassen müssen. Ist eine davon falsch aufgebaut, sammelt sich Feuchtigkeit zwischen den Lagen. Im schlimmsten Fall wachsen Schimmel oder Schäden am Dachstuhl.
Deshalb lohnt sich vor dem ersten Schritt eine Beratung. Ein Energieberater schaut sich Dachaufbau, Dämmstärke und mögliche Förderung an. Das kostet Zeit und Geld. Ein Schaden am Dachstuhl kostet meist deutlich mehr.
Oft schiefgeht eine Stelle, die man beim Arbeiten gar nicht sieht: der Anschluss der Folie an der Außenwand, am Boden oder am First. Dort entscheidet sich, ob das Dach später trocken bleibt. Die Verkleidung verdeckt alles, und Fehler zeigen sich oft erst, wenn es an der Wand schon Flecken gibt.
Was du in diesem Kapitel lernst
- wie du ein Sparrendach von anderen Dachkonstruktionen unterscheidest,
- welcher Dämmstoff zu deinem Budget und deinem Gesundheitsschutz passt,
- warum Belüftungsspalt und Dampfbremse über Erfolg oder Schimmel entscheiden,
- wie du alte Dämmung erkennst, bevor du sie anfasst,
- warum die Dämmung satt zwischen die Sparren gehört und ohne Lücken,
- wo die Luftdichtheit beginnt und wie du Anschlüsse abdichtest,
- wann du die Entscheidung über die Folie dem Energieberater überlässt.
Welches Dach hast du?
Es gibt zwei Hauptkonstruktionen. Beim Sparrendach, der häufigsten Bauweise bei Einfamilienhäusern, siehst du Holzbalken, die schräg von der Traufe zum First laufen. Zwischen den Sparren ist meist Hohlraum, manchmal mit alter Dämmung gefüllt. Beim Pfetten- oder Kehlbalkendach verlaufen zusätzlich waagerechte Verstrebungen. Hier sind die Möglichkeiten eingeschränkter, und eine Dämmung von außen über den Sparren ist Dachdeckerarbeit.
Dieses Kapitel behandelt die Zwischensparrendämmung beim Sparrendach. Sie ist am häufigsten und für Heimwerker am ehesten machbar. Die Dämmung soll den Sparrenraum vollständig ausfüllen, deshalb misst du die Sparrentiefe vorher nach. Für besonders gut gedämmte Häuser kann eine Aufdoppelung der Sparren nötig sein. Ob das sinnvoll ist, klärt der Energieberater.
Dämmstoff, Folie und Kleber
Mineralwolle aus Glas oder Stein ist klassisch, günstig, brandsicher und dämmt gut. Sie staubt beim Verarbeiten, deshalb brauchst du Schutz. Holzfaser ist ein Naturmaterial, speichert Wärme und schützt gut vor sommerlicher Hitze. Sie ist teurer, beim Einbau aber weniger staubig. Hanf liegt bei den Eigenschaften nah an der Holzfaser, und auch der Preis ist ähnlich. Zellulose wird lose eingeblasen und braucht ein Spezialgerät, für Heimwerker ist sie deshalb selten. Wenn das Budget knapp ist, ist Mineralwolle die naheliegende Wahl. Wenn dir nachhaltige Materialien wichtig sind und du mehr ausgeben kannst, nimmst du Holzfaser.
Die Folie zwischen Dämmung und Innenraum verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung eindringt und dort kondensiert. Eine Dampfbremse ist halbdurchlässig, eine Dampfsperre ist dicht. Welche Folie in dein Dach gehört, hängt vom Dachaufbau und vom Raumklima ab. Das legt der Energieberater oder Dachdecker fest, bevor du kaufst. Bei Unsicherheit entscheidest du das nicht selbst.
Alle Stöße und Anschlüsse der Folie werden luftdicht verklebt. Dafür brauchst du spezielles Klebeband für Dampfbremsen und Dichtmittel für Anschlüsse an Wände, Balken und Durchgänge. Vor die Folie kommt ein Profilskelett, genau wie bei der Trockenbau-Wand, und darauf die Gipskartonplatten.
Luftdicht ist wichtiger als dick
Die Reihenfolge im Ablauf ist kein Zufall. Zuerst prüfst du die Sparren, dann kommt der Dämmstoff, dann die Dampfbremse und zum Schluss die Verkleidung. Beim Prüfen der Sparren stichst du mit einem Schraubenzieher ins Holz. Ist es weich oder mürbe, sind Feuchteschäden möglich, und ein Fachmann sollte es ansehen. Eine Konterlattung oder eine Belüftungsebene zwischen Dämmung und Dachhaut bleibt immer frei.
Beim Einbau schneidest du die Dämmung etwas größer zu als den Sparrenabstand, damit sie klemmt. Sie darf den Belüftungsspalt unter der Dachhaut nicht verstopfen. Dafür gibt es Distanzhalter. Die Folie rollst du von oben nach unten aus, befestigst sie an den Sparren und verklebst die Bahnen. An Durchgängen für Lampen, Antennen oder Balken kommen spezielle Manschetten hin. Nach dem Einbau lohnt sich eine Luftdichtheitsmessung mit einem Blower-Door-Test. Dabei wird im Raum ein Unterdruck erzeugt, und Undichtigkeiten lassen sich so aufspüren. Diese Messung lässt man von einem Fachbetrieb machen.
Was schiefgehen kann
- Belüftungsspalt blockiert. Drückst du die Dämmung zu fest gegen die Dachhaut, kann keine Luft mehr zirkulieren. Dann sammelt sich Feuchtigkeit.
- Dampfbremse undicht. Schon kleine Löcher oder offene Anschlüsse verursachen lokale Schäden. Hier arbeitest du sorgfältig.
- Lücken im Dämmstoff. Auch kleine Lücken bilden Wärmebrücken. Die Dämmung gehört satt eingebaut.
- Falscher Aufbau. Ein altes Dach braucht andere Materialien als ein modernes. Im Zweifel fragst du den Energieberater.
- Zu wenig Schutz. Atemschutz brauchst du nicht nur bei Mineralwolle. Auch beim Schneiden und Schleifen von Gipskarton entsteht Staub. Trage eine Staubmaske und eine Schutzbrille.
Aus dem Kapitel
Wer ein ausgebautes Dachgeschoss hat, kennt das Problem. Im Sommer wird es unter dem Dach sehr heiß, im Winter bleibt es kalt. Eine gute Innendämmung der Dachschrägen löst beides und senkt den Heizbedarf. Sie ist aber anspruchsvoll, weil mehrere Schichten zusammenpassen müssen. Falsch ausgeführt, bildet sich Feuchtigkeit zwischen den Schichten. Im schlimmsten Fall entstehen Schimmel oder Schäden am Dachstuhl.
Deshalb lohnt sich vor dem Start eine Beratung. Ein Energieberater prüft Dachaufbau, Dämmstärke und mögliche Förderung. Diese Vorab-Klärung kostet Zeit und Geld, ein Schaden am Dachstuhl kostet meist deutlich mehr.
Welches Dach hast du?
Es gibt zwei Hauptkonstruktionen. Beim Sparrendach, der häufigsten Bauweise bei Einfamilienhäusern, siehst du Holzbalken, die schräg von der Traufe zum First laufen. Zwischen den Sparren ist meist Hohlraum, manchmal mit alter Dämmung gefüllt. Beim Pfetten- oder Kehlbalkendach verlaufen zusätzlich waagerechte Verstrebungen. Hier sind die Möglichkeiten eingeschränkter, und eine Dämmung von außen über den Sparren ist Dachdeckerarbeit.
Dieses Kapitel behandelt die Zwischensparrendämmung beim Sparrendach. Sie ist am häufigsten und für Heimwerker am ehesten machbar.
Fragen zu diesem Kapitel
Kann ich meine Dachschräge selbst dämmen?
Die Zwischensparrendämmung beim Sparrendach ist für Heimwerker am ehesten machbar, die Schwierigkeit liegt trotzdem bei 4 von 5. Vorher lässt du die Konstruktion beraten, die Stromarbeiten macht ein Elektrobetrieb, und die Dampfbremse legt der Energieberater oder Dachdecker fest.
Welcher Dämmstoff ist der richtige?
Bei knappem Budget ist Mineralwolle die naheliegende Wahl, sie staubt aber und verlangt Schutzkleidung. Holzfaser speichert Wärme und ist beim Einbau weniger staubig, kostet aber mehr. Beide erreichen gute Dämmwerte. Mehr Hintergründe zum Buch findest du auf der Seite Das Buch.
Brauche ich eine Dampfbremse oder eine Dampfsperre?
Die Folie verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung eindringt und dort kondensiert. Eine Dampfbremse ist halbdurchlässig, eine Dampfsperre ist dicht. Welche in dein Dach gehört, hängt von Dachaufbau und Raumklima ab. Das entscheidest du nicht selbst, sondern lässt es vorab klären.
Was bringt eine Luftdichtheitsmessung?
Bei einem Blower-Door-Test wird im Raum ein Unterdruck erzeugt. So finden sich Undichtigkeiten, die man sonst nicht sieht. Die Messung macht ein Fachbetrieb, und sie lohnt sich nach dem Einbau, bevor die Verkleidung alles verdeckt.
Ich habe Schimmel hinter der Verkleidung. Was nun?
Die Ursache finden Fachleute am schnellsten. Im Kapitel steht ein typisches Beispiel: Die Dampfbremse war an den Mauern nicht luftdicht angeschlossen, warme Raumluft kondensierte in der Dämmung. Die Verkleidung musste heruntergenommen und neu abgedichtet werden. Das ist ein Fall für einen Fachbetrieb, nicht für den Akkuschrauber.
Was dazu passt
Wer die Dachschräge als Wand verkleidet, arbeitet genauso wie beim Bau einer Trockenbau-Wand. Das erklärt Kapitel 13. Die Schutzausrüstung für Mineralwolle und Gipskarton beschreibt Kapitel 3, und wie du alte Dämmung korrekt entsorgst, steht in Kapitel 19. Mehr Antworten findest du auf der Seite Häufige Fragen.
Weiter im Buch

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