Trockenbau-Wand selbst bauen
Mit einer Trockenbau-Wand teilst du einen großen Raum in zwei kleine. So entsteht ein Zimmer, eine Abstellkammer oder ein Hauswirtschaftsraum. Mit überschaubarem Werkzeug ist das machbar, wenn du sauber planst und dir fürs Ausrichten Zeit nimmst.
Der Steckbrief in fünf Zeilen
- Schwierigkeit
- 3 von 5
- Zeitaufwand
- etwa zwei Wochenenden für eine Wand von rund fünf Metern Länge, ohne Tür
- Kosten
- ca. 250 bis 400 Euro Material für diese Wand, ohne Tür und Zarge
- Werkzeug
- Akkuschrauber, Trockenbau-Säge, Blechschere, Wasserwaage, Lot oder Lichtkreuz-Laser, Spachtel
- Fachbetrieb nötig
- nein für die Wand selbst, ja für Stromleitungen und Brandschutzwände

Eine Wand, die nichts trägt
Eine Trockenbau-Wand dient der Raumteilung. Sie trägt nichts außer dem, was du an sie hängst. Wände oder Decken, die Lasten abtragen, darfst du nicht einfach versetzen oder entfernen, dafür braucht es einen Fachplaner. Bevor du Profile stellst, klärst du also, ob die Wand wirklich nur eine Trennwand wird.
Auch die rechtliche Seite kommt zuerst. Eine neue Wand, die einen Raum teilt, gilt in der Regel als bauliche Veränderung. In der Mietwohnung klärst du sie vorher mit dem Vermieter, in der Eigentumswohnung sind Teilungserklärung und Eigentümergemeinschaft wichtig. Ob eine Genehmigung nötig ist, klärt das zuständige Bezirksamt. Beim Auszug kann der Vermieter die Wiederherstellung verlangen, wenn der Vertrag das vorsieht.
Oft schiefgeht die Ausrichtung. Wer die Profile nicht im Lot setzt, merkt es erst beim Streichen, und dann steht die Wand schief und muss vielleicht komplett heraus. Eine Stunde mehr zum Ausrichten ist die günstigere Variante.
Das nimmst du mit
- was eine Trockenbau-Wand trägt und was nicht,
- welche Profile du brauchst und warum der Abstand 625 Millimeter beträgt,
- welche Platte in welchen Raum gehört, auch im Bad,
- wie du Profile mit Lot oder Laser senkrecht ausrichtest,
- wie du die Platten versetzt montierst und verschraubst,
- wie du Stöße verspachtelst, damit eine glatte Fläche entsteht,
- wie du Staub und Mineralwolle sicher verarbeitest.
Material und Werkzeug
Das Skelett der Wand besteht aus Metallprofilen aus dünnem verzinktem Stahlblech. UW-Profile liegen als Boden- und Deckenschiene quer und nehmen die senkrechten Profile auf. CW-Profile sind die Ständer, die in die UW-Profile gestellt werden und die Platten tragen. Für normale Innenwände reicht eine Profilbreite von 75 Millimetern. Breitere Profile machen die Wand stabiler.
Die Standardplatte (GKB) ist für trockene Räume gedacht. Für Bad und Küche nimmst du imprägnierte Platten (GKBI). Brandschutzplatten (GKF) sind kein Ersatz für eine Brandschutzwand. Die gängige Standardbreite liegt bei 1250 Millimetern. Der Profilabstand von 625 Millimetern entspricht genau der halben Plattenbreite, so liegt jeder Plattenstoß auf einem Profil.
- Trockenbauschrauben: für die Platten am Profil und die Profile untereinander
- Spachtelmasse: für Stöße und Schraubenköpfe, als Pulver oder fertige Masse im Eimer
- Bewehrungsband: Glasfaserband über den Stößen gegen Risse in der Spachtelfläche
- Mineralwolle: für die Schalldämmung im Hohlraum
- Trittschall-Dichtband: unter die Bodenprofile
- Dübel: für Boden und Decke, passend zum Untergrund
Bei Beton oder Estrich brauchst du Schwerlast-Dübel. Welche Last ein Dübel halten darf, steht in seiner Zulassung oder im Datenblatt. Halte dich daran.
Zum Werkzeug gehören eine Trockenbau-Säge mit groben Zähnen oder eine Stichsäge, der Akkuschrauber, eine Blechschere für die Profile, Maßband, Bleistift, Wasserwaage, Lot oder Lichtkreuz-Laser, Verlegekeile, Spachtel, Glätter, Schleifpapier und ein Cutter für dünne Schnitte. Ein Lichtkreuz-Laser projiziert eine waagerechte und eine senkrechte Linie. Damit richtest du Profile schneller aus als mit Lot und Wasserwaage.
Beim Schneiden und Schleifen entstehen Gips- und Mineralfasern. Trage dabei eine Staubmaske, mindestens FFP2, dazu Handschuhe und lange Kleidung. Mineralwolle schneidest du nie ohne Schutz, und du lüftest den Raum während und nach den Arbeiten.
Der Bau in Schritten

Zuerst zeichnest du den Grundriss, denn die Wand braucht etwa 100 Millimeter Stärke: ein 75-Millimeter-Profil und zwei Platten zu je 12,5 Millimetern. Die Türöffnung richtest du nach der Zarge aus, die du kaufst. Danach markierst du die Wandlinie auf Boden, Decke und den Nachbarwänden, mit Bleistift, Schlagschnur oder Lichtkreuz-Laser.
Unten und oben setzt du die UW-Profile in derselben Linie, unter das Bodenprofil kommt das Trittschall-Dichtband. Mit Wasserwaage und Lot prüfst du, dass beide Profile senkrecht übereinanderliegen. Die CW-Ständer stellst du mit 625 Millimetern Abstand hinein und klemmst sie nur leicht ein, damit sich die Wand bei Belastung noch bewegen kann. Für eine Tür brauchst du verstärkte Profile. Dafür holst du dir Rat bei einem Trockenbaubetrieb oder richtest dich nach der Anleitung des Türenherstellers.
Dann folgen die Mineralwolle, ohne Lücke, aber nicht zusammengedrückt, und die erste Platte, deren Stoß mittig auf einem Profil liegt. Die Platten schraubst du nacheinander an, die Schrauben setzt du nach Herstellerangabe. Lass zur Decke einen kleinen Spalt, sonst können bei Bewegungen des Gebäudes Risse entstehen. Auf der Rückseite setzt du die Stöße versetzt gegenüber der Vorderseite. Das macht die Wand stabiler und verbessert die Schalldämmung.
Zum Schluss kommen das Bewehrungsband auf alle Stoßlinien und Innenecken und mehrere dünne Spachtelschichten. Eine einzige Schicht reicht nicht. Mindestens zwei, besser drei dünne Schichten ergeben eine glatte Fläche, und zwischen den Schichten schleifst du leicht ab. Erst eine Tiefengrundierung auf der ganzen Fläche, und wenn sie getrocknet ist, wird gestrichen oder tapeziert.
Wer die Wand lieber vom Profi bauen lässt, findet in Berlin das Montageteam Marx, ein Bauunternehmen, das unter anderem Trockenbau macht.
- Profile nicht im Lot: Die Wand wird schief. Immer mit Lot oder Laser arbeiten.
- Ständer zu fest geklemmt: Die Wand kann sich nicht bewegen, es entstehen Risse.
- Zu wenig Spachtelschichten: Eine Schicht reicht nie für ein sauberes Ergebnis.
- Falsches Material im Bad: Standardgips nimmt Feuchtigkeit auf und kann schimmeln.
- Profilabstand zu groß: Ab mehr als 625 Millimetern wackelt die Platte zwischen den Profilen.
Ein typisches Beispiel: Ein Heimwerker setzte die UW-Profile nicht genau aus. Das fiel erst beim Streichen auf. Die Wand musste heraus und neu gebaut werden, was mehrere Tage kostete. Die Lehre: Eine Stunde mehr zum Ausrichten ist die bessere Investition.
Hier hört Selbermachen auf
Die Szene in Bewegung
Aus dem Kapitel
Profile
Das Skelett der Wand besteht aus Metallprofilen. Sie sind aus dünnem verzinktem Stahlblech und gerade genug, um eine Wand sauber auszurichten. Du brauchst zwei Sorten:
- UW-Profile für Boden und Decke. Sie liegen quer und nehmen die senkrechten Profile auf.
- CW-Profile als senkrechte Ständer. Sie werden in die UW-Profile gestellt und tragen die Gipskartonplatten.
Für normale Innenwände reicht eine Profilbreite von 75 Millimetern. Breitere Profile machen die Wand stabiler.
Schritt für Schritt
- Planung. Zeichne den Grundriss und die neue Wand auf Papier. Plane etwa 100 Millimeter Wandstärke ein: ein 75-Millimeter-Profil plus zwei Platten zu je 12,5 Millimetern ergibt 100 Millimeter. Achte darauf, dass die neue Wand Türen und Fenster nicht einengt. Die Türöffnung richtest du nach der Zarge aus, die du kaufst.
- Position aufzeichnen. Markiere die Wandlinie auf Boden, Decke und den angrenzenden Wänden. Dafür nimmst du Bleistift, eine Schlagschnur oder den Lichtkreuz-Laser.
- UW-Profile montieren. Schneide die Profile mit der Blechschere zu und klebe unter das Bodenprofil das Trittschall-Dichtband. Befestige das untere UW-Profil mit Dübeln am Boden und das obere an der Decke in der gleichen Linie. Prüfe mit Wasserwaage und Lot, dass beide Profile senkrecht übereinanderliegen.
Fragen zu diesem Kapitel
Brauche ich für eine Trennwand eine Genehmigung?
Das klärst du beim zuständigen Bezirksamt. Eine neue Wand, die einen Raum teilt, gilt in der Regel als bauliche Veränderung. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Was muss ich in der Mietwohnung beachten?
Sprich vorher mit dem Vermieter. Beim Auszug kann er verlangen, dass du den ursprünglichen Zustand wiederherstellst, sofern der Vertrag das vorsieht.
Kann ich ein Regal an die Trennwand hängen?
Die Wand trägt keine Lasten außer dem, was du an sie hängst. Für Schweres gilt die Dübelkunde: Die Tragkraft steht in der Zulassung des Dübels, getrennt nach Wandtyp, und in Trockenbau verlässt du dich nie allein auf einen Dübel.
Welche Platte nehme ich für Bad und Küche?
Imprägnierte Platten (GKBI). Standardgips nimmt Feuchtigkeit auf und kann schimmeln.
Wann brauche ich den Elektrobetrieb?
Vor dem Plattenschrauben. Stromleitungen für Steckdosen, Schalter und Spots verlegt eine Elektrofachkraft, und die Position der Anschlüsse plant ihr gemeinsam.
Für die Wand danach lohnt sich Wand und Decke streichen und tapezieren, für Befestigungen Wand-Befestigungen und Dübelkunde, und wer über der Wand eine Decke einziehen will, liest Abgehängte Decke einziehen.
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