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Selbst gemacht
Kapitel 13 · Wand & Decke

Trockenbau-Wand selbst bauen

Mit einer Trockenbau-Wand teilst du einen großen Raum in zwei kleine. So entsteht ein Zimmer, eine Abstellkammer oder ein Hauswirtschaftsraum. Mit überschaubarem Werkzeug ist das machbar, wenn du sauber planst und dir fürs Ausrichten Zeit nimmst.

Auf einen Blick

Der Steckbrief in fünf Zeilen

Schwierigkeit
3 von 5
Zeitaufwand
etwa zwei Wochenenden für eine Wand von rund fünf Metern Länge, ohne Tür
Kosten
ca. 250 bis 400 Euro Material für diese Wand, ohne Tür und Zarge
Werkzeug
Akkuschrauber, Trockenbau-Säge, Blechschere, Wasserwaage, Lot oder Lichtkreuz-Laser, Spachtel
Fachbetrieb nötig
nein für die Wand selbst, ja für Stromleitungen und Brandschutzwände
KI-generiert: Cartoon: Eine Wasserwaage an einer schief stehenden Platte, zwei Männer lachen über die Schieflage
Wer die Wasserwaage vergisst, baut den schiefen Turm von Pisa nach.
Worum es geht

Eine Wand, die nichts trägt

Eine Trockenbau-Wand dient der Raumteilung. Sie trägt nichts außer dem, was du an sie hängst. Wände oder Decken, die Lasten abtragen, darfst du nicht einfach versetzen oder entfernen, dafür braucht es einen Fachplaner. Bevor du Profile stellst, klärst du also, ob die Wand wirklich nur eine Trennwand wird.

Auch die rechtliche Seite kommt zuerst. Eine neue Wand, die einen Raum teilt, gilt in der Regel als bauliche Veränderung. In der Mietwohnung klärst du sie vorher mit dem Vermieter, in der Eigentumswohnung sind Teilungserklärung und Eigentümergemeinschaft wichtig. Ob eine Genehmigung nötig ist, klärt das zuständige Bezirksamt. Beim Auszug kann der Vermieter die Wiederherstellung verlangen, wenn der Vertrag das vorsieht.

Oft schiefgeht die Ausrichtung. Wer die Profile nicht im Lot setzt, merkt es erst beim Streichen, und dann steht die Wand schief und muss vielleicht komplett heraus. Eine Stunde mehr zum Ausrichten ist die günstigere Variante.

Was du lernst

Das nimmst du mit

Vertiefung

Material und Werkzeug

Das Skelett der Wand besteht aus Metallprofilen aus dünnem verzinktem Stahlblech. UW-Profile liegen als Boden- und Deckenschiene quer und nehmen die senkrechten Profile auf. CW-Profile sind die Ständer, die in die UW-Profile gestellt werden und die Platten tragen. Für normale Innenwände reicht eine Profilbreite von 75 Millimetern. Breitere Profile machen die Wand stabiler.

Die Standardplatte (GKB) ist für trockene Räume gedacht. Für Bad und Küche nimmst du imprägnierte Platten (GKBI). Brandschutzplatten (GKF) sind kein Ersatz für eine Brandschutzwand. Die gängige Standardbreite liegt bei 1250 Millimetern. Der Profilabstand von 625 Millimetern entspricht genau der halben Plattenbreite, so liegt jeder Plattenstoß auf einem Profil.

Bei Beton oder Estrich brauchst du Schwerlast-Dübel. Welche Last ein Dübel halten darf, steht in seiner Zulassung oder im Datenblatt. Halte dich daran.

Zum Werkzeug gehören eine Trockenbau-Säge mit groben Zähnen oder eine Stichsäge, der Akkuschrauber, eine Blechschere für die Profile, Maßband, Bleistift, Wasserwaage, Lot oder Lichtkreuz-Laser, Verlegekeile, Spachtel, Glätter, Schleifpapier und ein Cutter für dünne Schnitte. Ein Lichtkreuz-Laser projiziert eine waagerechte und eine senkrechte Linie. Damit richtest du Profile schneller aus als mit Lot und Wasserwaage.

Beim Schneiden und Schleifen entstehen Gips- und Mineralfasern. Trage dabei eine Staubmaske, mindestens FFP2, dazu Handschuhe und lange Kleidung. Mineralwolle schneidest du nie ohne Schutz, und du lüftest den Raum während und nach den Arbeiten.

Vertiefung

Der Bau in Schritten

KI-generiert: Cartoon: Ein Mann trägt eine große Gipskartonplatte, eine Helferin hält das andere Ende und stolpert
Gipskartonplatten trägt man zu zweit. Allein werden sie zum Segel.

Zuerst zeichnest du den Grundriss, denn die Wand braucht etwa 100 Millimeter Stärke: ein 75-Millimeter-Profil und zwei Platten zu je 12,5 Millimetern. Die Türöffnung richtest du nach der Zarge aus, die du kaufst. Danach markierst du die Wandlinie auf Boden, Decke und den Nachbarwänden, mit Bleistift, Schlagschnur oder Lichtkreuz-Laser.

Unten und oben setzt du die UW-Profile in derselben Linie, unter das Bodenprofil kommt das Trittschall-Dichtband. Mit Wasserwaage und Lot prüfst du, dass beide Profile senkrecht übereinanderliegen. Die CW-Ständer stellst du mit 625 Millimetern Abstand hinein und klemmst sie nur leicht ein, damit sich die Wand bei Belastung noch bewegen kann. Für eine Tür brauchst du verstärkte Profile. Dafür holst du dir Rat bei einem Trockenbaubetrieb oder richtest dich nach der Anleitung des Türenherstellers.

Dann folgen die Mineralwolle, ohne Lücke, aber nicht zusammengedrückt, und die erste Platte, deren Stoß mittig auf einem Profil liegt. Die Platten schraubst du nacheinander an, die Schrauben setzt du nach Herstellerangabe. Lass zur Decke einen kleinen Spalt, sonst können bei Bewegungen des Gebäudes Risse entstehen. Auf der Rückseite setzt du die Stöße versetzt gegenüber der Vorderseite. Das macht die Wand stabiler und verbessert die Schalldämmung.

Zum Schluss kommen das Bewehrungsband auf alle Stoßlinien und Innenecken und mehrere dünne Spachtelschichten. Eine einzige Schicht reicht nicht. Mindestens zwei, besser drei dünne Schichten ergeben eine glatte Fläche, und zwischen den Schichten schleifst du leicht ab. Erst eine Tiefengrundierung auf der ganzen Fläche, und wenn sie getrocknet ist, wird gestrichen oder tapeziert.

Wer die Wand lieber vom Profi bauen lässt, findet in Berlin das Montageteam Marx, ein Bauunternehmen, das unter anderem Trockenbau macht.

Ein typisches Beispiel: Ein Heimwerker setzte die UW-Profile nicht genau aus. Das fiel erst beim Streichen auf. Die Wand musste heraus und neu gebaut werden, was mehrere Tage kostete. Die Lehre: Eine Stunde mehr zum Ausrichten ist die bessere Investition.

Die ehrlichen Grenzen

Hier hört Selbermachen auf

Hier hört Selbermachen aufStromleitungen für Steckdosen, Schalter und Spots verlegt eine Elektrofachkraft, bevor die erste Platte zugeht. Nach der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) dürfen Arbeiten an der festen Elektroinstallation nur eingetragene Installationsbetriebe ausführen. Brandschutzwände gehören ebenfalls in Fachbetriebs-Hände. Tragende Wände und Decken fasst du nicht an. Ob eine Genehmigung nötig ist, klärt das Bezirksamt. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Kurz gezeigt

Die Szene in Bewegung

Ohne Wasserwaage wird die Wand zum schiefen Turm.
Leseprobe

Aus dem Kapitel

Profile

Das Skelett der Wand besteht aus Metallprofilen. Sie sind aus dünnem verzinktem Stahlblech und gerade genug, um eine Wand sauber auszurichten. Du brauchst zwei Sorten:

  • UW-Profile für Boden und Decke. Sie liegen quer und nehmen die senkrechten Profile auf.
  • CW-Profile als senkrechte Ständer. Sie werden in die UW-Profile gestellt und tragen die Gipskartonplatten.

Für normale Innenwände reicht eine Profilbreite von 75 Millimetern. Breitere Profile machen die Wand stabiler.

Schritt für Schritt

  1. Planung. Zeichne den Grundriss und die neue Wand auf Papier. Plane etwa 100 Millimeter Wandstärke ein: ein 75-Millimeter-Profil plus zwei Platten zu je 12,5 Millimetern ergibt 100 Millimeter. Achte darauf, dass die neue Wand Türen und Fenster nicht einengt. Die Türöffnung richtest du nach der Zarge aus, die du kaufst.
  2. Position aufzeichnen. Markiere die Wandlinie auf Boden, Decke und den angrenzenden Wänden. Dafür nimmst du Bleistift, eine Schlagschnur oder den Lichtkreuz-Laser.
  3. UW-Profile montieren. Schneide die Profile mit der Blechschere zu und klebe unter das Bodenprofil das Trittschall-Dichtband. Befestige das untere UW-Profil mit Dübeln am Boden und das obere an der Decke in der gleichen Linie. Prüfe mit Wasserwaage und Lot, dass beide Profile senkrecht übereinanderliegen.
Häufige Fragen

Fragen zu diesem Kapitel

Brauche ich für eine Trennwand eine Genehmigung?

Das klärst du beim zuständigen Bezirksamt. Eine neue Wand, die einen Raum teilt, gilt in der Regel als bauliche Veränderung. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Was muss ich in der Mietwohnung beachten?

Sprich vorher mit dem Vermieter. Beim Auszug kann er verlangen, dass du den ursprünglichen Zustand wiederherstellst, sofern der Vertrag das vorsieht.

Kann ich ein Regal an die Trennwand hängen?

Die Wand trägt keine Lasten außer dem, was du an sie hängst. Für Schweres gilt die Dübelkunde: Die Tragkraft steht in der Zulassung des Dübels, getrennt nach Wandtyp, und in Trockenbau verlässt du dich nie allein auf einen Dübel.

Welche Platte nehme ich für Bad und Küche?

Imprägnierte Platten (GKBI). Standardgips nimmt Feuchtigkeit auf und kann schimmeln.

Wann brauche ich den Elektrobetrieb?

Vor dem Plattenschrauben. Stromleitungen für Steckdosen, Schalter und Spots verlegt eine Elektrofachkraft, und die Position der Anschlüsse plant ihr gemeinsam.

Für die Wand danach lohnt sich Wand und Decke streichen und tapezieren, für Befestigungen Wand-Befestigungen und Dübelkunde, und wer über der Wand eine Decke einziehen will, liest Abgehängte Decke einziehen.

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