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Selbst gemacht
Kapitel 18 · Sicherheit

Brandschutz im Eigenheim: Melder prüfen, Steckdosen im Blick

Brandschutz klingt nach Feuerwehr und Bauordnung. Im Alltag entscheidet er vor allem über Dinge, die du selbst in der Hand hast: ob ein Melder funktioniert, ob der Löscher griffbereit steht und ob die Leitungen in Ordnung sind.

Steckbrief

Auf einen Blick

Schwierigkeit
1 von 5 für Rauchwarnmelder und Feuerlöscher
Zeitaufwand
etwa eine Stunde für eine Wohnung, Prüfung einmal im Jahr
Kosten
je nach Modell, vernetzte Rauchwarnmelder kosten mehr
Werkzeug
Akkuschrauber, Bohrer, Dübel, Leiter
Fachbetrieb nötig
nein für batteriebetriebene Rauchwarnmelder, ja für Brandschutztüren und fest angeschlossene Geräte
KI-generiert: Ein Mann mit Feuerlöscher zeigt auf einen Rauchmelder an der Decke, eine lachende Frau wedelt mit einem Geschirrtuch über einem qualmenden Toaster
Lieber einmal zu oft gepiept als einmal zu wenig: Der Rauchmelder funktioniert.
Worum es geht

Im Ernstfall zählt der Rauch

Wer bei einem Wohnungsbrand ums Leben kommt, stirbt meist nicht an den Flammen, sondern an den Rauchgasen. Gerade deshalb lohnt sich der Aufwand. Mit wenigen Maßnahmen senkst du das Risiko deutlich.

Dieses Kapitel behandelt, was du selbst machen kannst und wo ein Fachbetrieb ran muss.

Oft schiefgeht die Kleinigkeit. Ein Melder ohne Batterie warnt nicht. Eine Mehrfachsteckdose, an der Heizlüfter, Wasserkocher und Küchenmaschine gleichzeitig hängen, ist ein klassischer Fehler. Und der Schuh vor der Wohnungstür blockiert im Ernstfall den Fluchtweg.

Dein Fahrplan

Was du in diesem Kapitel lernst

Thema 1

Rauchwarnmelder richtig setzen

In den Bundesländern gilt eine Rauchwarnmelderpflicht. Fristen, Ausnahmen und die Zuständigkeit für Einbau und Wartung regelt das Landesrecht. Schau nach, was in deinem Bundesland gilt, und frag bei der Bauaufsicht oder deinem Vermieter nach. Oft liegen Betrieb und Wartung bei den Bewohnern, sofern der Eigentümer sie nicht übernimmt.

Melder gehören in jedes Schlafzimmer, weil dort Menschen schlafen und den Alarm sonst nicht hören. Dazu kommt der Flur, der zu den Schlafräumen führt, denn er ist oft der Fluchtweg. Hat deine Wohnung mehrere Ebenen, braucht jede Etage einen Melder. Im Wohnzimmer oder Hobbyraum ist er optional, weil dort häufig Brände entstehen. In Bad und Küche hängen sie nicht, denn Wasserdampf und Kochdunst lösen Fehlalarme aus.

Achte beim Kauf auf das CE-Zeichen und die Produktnorm DIN EN 14604, Einbau und Wartung richten sich nach DIN 14676. Schraubst du den Melder an die Decke, möglichst in die Raummitte, gelten die Herstellerangaben zum Abstand zu Wänden und Lampen. Nach dem Befestigen drückst du den Test-Knopf. Bei vernetzten Modellen koppelst du alle Geräte in der Wohnung, dann alarmieren alle, sobald eines auslöst. Das gibt mehr Reaktionszeit.

Modelle mit austauschbarer Batterie brauchen regelmäßig eine neue. Modelle mit Lebensdauerbatterie warnen selbst, wenn das Gerät am Ende ist. Tausche das ganze Gerät nach Herstellerangabe, bei vielen Modellen nach etwa zehn Jahren, weil der Sensor altert.

Thema 2

Feuerlöscher in Reichweite

Ein Feuerlöscher ist für normale Wohnungen nicht vorgeschrieben. Trotzdem lohnt er sich, weil ein kleiner Brand am Anfang oft gestoppt werden kann. Die Wahl hängt vom Löschmittel ab. Pulver ABC löscht Holz, Papier, Textilien, Flüssigkeiten und Gase, hinterlässt aber feinen Staub in der Wohnung. Schaum der Klasse A/B eignet sich für Holz, Papier, Textilien und Flüssigkeiten, aber nicht für Gase. Bei Strombränden gilt nur der Hinweis auf dem Gerät. CO2 ist für Elektrik und Flüssigkeiten gedacht, hat aber eine kleine Reichweite und hinterlässt keinen Rückstand.

Für die Wohnung ist ein Pulverlöscher ABC die universelle Wahl. Wer sauberer arbeiten will, nimmt einen Schaumlöscher, der nach Angabe PFAS-frei ist. Dazu passt eine Löschdecke für die Küche. Stelle den Löscher offen und gut erreichbar auf, zum Beispiel im Flur oder in der Küche, aber nicht hinter einem Schrank. Die Prüffristen stehen auf dem Gerät und in der Bedienungsanleitung.

Brennt ein Gerät?Brennt ein Gerät oder eine Steckdose, ziehst du zuerst den Stecker oder schaltest die Sicherung ab. Erst danach löschst du. Der Löschmittel-Hinweis auf dem Gerät hat Vorrang.
Thema 3

Steckdosen, Kabel und Akkus

Schlechte Stromleitungen zählen zu den häufigsten Brandursachen. Verlängerungskabel sind für vorübergehende Nutzung gedacht und ersetzen dauerhaft keine Steckdose. Mehrfachsteckdosen überlastest du nicht, achte auf die Angabe auf der Verpackung. Haushaltssteckdosen sind meist mit 16 Ampere abgesichert, das sind rund 3.600 Watt. Fliegt die Sicherung nicht, kann das Kabel trotzdem heiß werden. Beschädigte Kabel ersetzt du sofort. Ein angeknabberter oder rissiger Mantel gehört nicht mehr in Gebrauch.

Lithium-Akkus aus Laptops, E-Bikes oder Werkzeugen sind gefährlich, wenn sie beschädigt sind. Warnzeichen sind Beulen, Aufblähungen oder Hitze. Lade einen solchen Akku nicht weiter, sondern gib ihn bei einer Recyclingstelle für Elektrogeräte ab. Lade Akkus nur, wenn du in der Nähe bist, und nie, wenn sie beschädigt sind.

Neue Steckdosen sind Fachbetrieb-SacheWenn du eine Steckdose mehr brauchst, lässt du sie von einem eingetragenen Elektrofachbetrieb nachrüsten. Das Verlegen von Leitungen und das Anschließen von Steckdosen gehört nicht in die Hand von Heimwerkern.
Thema 4

Brandschutztüren nur mit Zulassung

Brandschutztüren halten Feuer und Rauch für eine bestimmte Zeit zurück. Die Klassen geben an, wie lange: T30 für 30 Minuten, T60 für 60 Minuten, T90 für 90 Minuten. In einem normalen Eigenheim sind sie meist nicht vorgeschrieben. Eine Ausnahme kann die Tür zwischen Wohnhaus und Garage sein. Die Anforderungen stehen in der Landesbauordnung deines Bundeslandes. In einer Eigentumswohnung gilt: Wenn die alte Wohnungstür als Brandschutztür zugelassen war, muss die neue mindestens den gleichen Standard erfüllen.

Die Zulassung einer Brandschutztür gilt nur, wenn sie genau nach Vorgabe eingebaut ist: mit der vorgeschriebenen Zarge, dem richtigen Anschluss an das Mauerwerk und gegebenenfalls dem vorgesehenen Brandschutzschaum. Bei Abweichungen erlischt die Zulassung. Für den Einbau in Berlin steht außerdem das Montageteam Marx bereit, das beim Brandschutz mit anpackt.

Thema 5 und 6

Fluchtweg und Alltag

Halte Flure und Treppenhäuser frei. Schuhe, Kinderwagen, Wäschekörbe und Möbel im Weg behindern die Flucht. In einem Haus mit mehreren Etagen gehört zu jeder Planung ein Fluchtweg von den Schlafräumen im Obergeschoss. Eine Notleiter zum Aufrollen kann sinnvoll sein, wenn das Treppenhaus im Brandfall verraucht ist. Besprich mit der Familie, wie ihr im Ernstfall rauskommt und wo ihr euch danach trefft. Kinder verstehen das gut, wenn man es ihnen ruhig erklärt.

Häufige Fehler

Was im Ernstfall fehlt

Ein typisches Beispiel: Bei einem Wohnungscheck waren Rauchwarnmelder vorhanden, aber zwei hatten keine Batterie mehr und ein dritter fehlte ganz. Sie wurden am selben Tag ersetzt. Einige Monate später meldete ein Gerät einen Brand im Hauswirtschaftsraum. Der Bewohner konnte das Gerät vom Netz nehmen und die Flammen ersticken, bevor sie sich ausbreiteten. Die Lehre: Ein Rauchwarnmelder mit voller Batterie ist das günstigste Stück Sicherheit im Haus.

Hier hört Selbermachen aufNeue Steckdosen, Heizlüfteranschlüsse und Stromkreise gehören zum eingetragenen Elektrofachbetrieb. Brandschutztüren baut nur ein Fachbetrieb ein, damit die Zulassung gilt. Welche Pflichten für Rauchwarnmelder und Brandschutztüren in deinem Bundesland gelten, sagt dir die Bauaufsicht. Hier schreibt dieses Buch nicht pauschal vor, was überall gilt.
Kurz gezeigt

Die Szene in Bewegung

Der Rauchmelder meldet sich – diesmal nur wegen des Toasts.
Leseprobe

Aus dem Kapitel

Brandschutz klingt nach Feuerwehr und Bauordnung. Im Alltag entscheidet er aber vor allem über Dinge, die du selbst in der Hand hast: ob ein Rauchwarnmelder funktioniert, ob der Feuerlöscher griffbereit ist und ob die Stromleitungen in gutem Zustand sind. Dieses Kapitel behandelt, was du selbst machen kannst und wo ein Fachbetrieb ran muss.

Wer bei einem Wohnungsbrand ums Leben kommt, stirbt meist nicht an den Flammen, sondern an den Rauchgasen. Gerade deshalb lohnt sich der Aufwand: Mit wenigen Maßnahmen senkst du das Risiko deutlich.

Die Pflicht

In den Bundesländern gilt eine Rauchwarnmelderpflicht. Fristen, Ausnahmen und die Zuständigkeit für Einbau und Wartung regelt das Landesrecht. Schau nach, was in deinem Bundesland gilt, und frag bei der Bauaufsicht oder deinem Vermieter nach.

Nachgefragt

Fragen zu diesem Kapitel

Wo müssen Rauchwarnmelder hängen?

In jedem Schlafzimmer, im Flur zu den Schlafräumen und in jeder Etage. Optional im Wohnzimmer oder Hobbyraum. Nicht in Bad und Küche, weil Wasserdampf und Kochdunst Fehlalarme auslösen. Ob für dich Pflichten gelten, klärst du mit der Bauaufsicht oder deinem Vermieter. Mehr Antworten findest du auf der Seite Häufige Fragen.

Welcher Feuerlöscher passt in die Wohnung?

Für die Wohnung ist Pulver ABC die universelle Wahl, es hinterlässt allerdings Staub. Ein Schaumlöscher der Klasse A/B ist sauberer, aber nicht für Gase geeignet. Dazu passt eine Löschdecke für die Küche. Stelle den Löscher offen auf, nicht hinter einem Schrank.

Wie oft muss ich Rauchwarnmelder prüfen?

Einmal im Jahr drückst du den Test-Knopf jedes Melders und kontrollierst die Batterie. Leere Batterien sind einer der häufigsten Gründe, warum ein Melder nicht warnt. Das ganze Gerät tauschst du nach Herstellerangabe, bei vielen Modellen nach etwa zehn Jahren.

Darf ich eine Steckdose selbst nachrüsten?

Nein. Das Verlegen von Leitungen und das Anschließen von Steckdosen gehört zum eingetragenen Elektrofachbetrieb. Verlängerungskabel sind nur für vorübergehende Nutzung gedacht und ersetzen keine Steckdose.

Wann braucht meine Wohnungstür eine Brandschutztür?

In einem normalen Eigenheim meist nicht. Eine Ausnahme kann die Tür zwischen Wohnhaus und Garage sein. Die Anforderungen stehen in der Landesbauordnung. Wenn die alte Tür als Brandschutztür zugelassen war, muss die neue mindestens den gleichen Standard erfüllen, und der Einbau gehört zum Fachbetrieb.

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Was zusammenpasst

Die Schutzausrüstung und den Umgang mit Akkus und Werkzeug beschreibt Kapitel 3. Wie Melder und Halterungen sicher an Decke und Wand kommen, erklärt Kapitel 10. Und wenn nach einem Brand Material aufzuräumen ist, hilft Kapitel 19 beim Sortieren.

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Buchcover „Selbst gemacht – Das Profi-Handwerksbuch für dein Zuhause“ von Maik Marx
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